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Was ist der Unterschied zwischen einem "Aktivprozess
und einem "Passivprozess" ?

Diese Seite kann ( Gott sei Dank ) sehr kurz abgefasst werden.  Die Unterschiede werden jeweils in einem Absatz zusammengefasst. Die Definition wird immer jeweils aus der Sicht des Betrachtenden (also der jeweiligen Prozesspartei ) für sich selbst getroffen.

Betrachtet sich die Prozesspartei selbst und ist sie in dem Verfahren Kläger, so führt sie einen "Aktivprozess". Anders gesagt sie versucht "aktiv" durch die Klage zu einem Urteil für sich selbst zu gelangen. Der Kläger liegt in der Regel ( einzige Ausnahme  ist die Gewährung von Prozesskostenhilfe ) in der Kostenvorlage - sie muss also die Kosten für das Verfahren während der gesamten Verfahrensdauer in allen Schritten vorlegen. Diese Gefahr kann zwar durch eine entsprechende Rechtsschutzversicherung abgedeckt sein, was die Verfahrensführung als Prozesspartei erleichtern würde

aber (!) :

die klagende Partei liegt auch in der Beweispflicht - muss also die Beweislast tragen ! Dies birgt im Regelfall sehr häufig ein erheblich größeres Risiko als die Kostenfrage ! ( seihe hierzu die Ausführungen zur Beweislast auf Seite 207

Ausserdem läuft die Partei im "Aktivprozess" häufig Gefahr, wegen der Formulierung der Anträge, in eine Feststellungsklage abgedrängt zu werden. Auch dies ist eine nicht zu unterschätzendes Risiko !


Die Prozesspartei, die im Verfahren als Beklagte bezeichnet wird, führt aus ihrer Sicht einen "Passivprozess". Die andere Partei will etwas von einem und die "passive" Partei versucht den Anspruch abzuwehren, also ein Urteil zu erhalten, welches letztendlich darauf hinaus läuft, dass die geforderte Leistung nicht fällig ist ( Vorsicht wegen der Formulierung der Antragstellung ! siehe nachfolgenden 
Text ! ).

Die beklagte Partei hat keine Kostenvorlagepflicht. Die Beweislast liegt beim Verfahrensgegner und die Behauptungen der Gegenpartei können im einfachsten Falle einfach "bestritten" werden, und die Gegenpartei muss dann ihre Behauptungen beweisen. Wenn allerdings die Gegenpartei tatsächlich Beweise oder Zeugen beibringt, müssen Gegenbeweise erbracht werden. Die aktive Partei ist aber zunächst auch hinsichtlich der Beweise in der Vorlagepflicht - trägt also die Beweislast.

Allerdings muss auch die passive Partei als Beklagte äußerst vorsichtig sein in der Formulierung der Anträge, da auch für sie das hohe Risiko besteht, wegen fehlerhaft formulierten Anträgen in einem Feststellungsverfahren zu enden, anstatt ein Verfahren auf Billigkeitsprüfung nach § 315 BGB zu bekommen.

Aus prozesstaktischer Sicht ist es also für den Verbraucher äußerst wichtig, dass er sich nicht in die Rolle des Klägers ( und somit in einen Aktivprozess ) drängen lässt !
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© Harro Walsh