Miscellaneous                           Karlsruhe : Quo Vadis ?

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Geschichtliche Betrachtungen zur Fiktion der "Selbstkontrolle"

Betrachtet man die politische Geschichte und die Geschichte der Menschheit allgemein, kann man die Analyse zum Thema Selbstkontrolle in einige wenige Sätze zusammenfassen:

-  Seitdem es die Organisation der "Selbstkontrolle" gab, hat diese stets versagt. 
-  Dies trifft immer dann besonders zu, wenn die "Selbstkontrolle" unter Ausschluss der 
    öffentlichen Beobachtung stattfand. 
Nur wenn die "Selbstkontrolle" unter öffentlicher Aufsicht stand, konnte man von einer   
    einigermaßen funktionierenden Organisation ausgehen, weil dann eine quasi "indirekte   
    öffentliche Aufsicht" stattfand.


Die geschichtliche Entwicklung geht auf das Mittelalter zurück, in dem für einzelne Berufgruppen Stände - also eine Art Berufsverbände - entstanden. Mit dem zunehmenden Aufkommen von Gesetzen und Gerichtsbarkeiten - verbunden mit einer entsprechenden Zunahme von Verfahren - wollte man die Gerichtsbarkeiten zumindest dahingehend entlasten, dass diese sich nicht zusätzlich mit Missgunst und anderen Eifersüchteleien innerhalb der Berufsgruppen auseinandersetzen mussten, und entlastete sich dahingehend, da man einzelnen Ständen das Recht zubilligte, Streitigkeiten untereinander selbst zu regeln. Probleme begannen bereits dann aufzutauchen, als diese Stände anfingen den Anspruch zu erheben, alle Mitglieder des jeweiligen Standes nach außen hin zu vertreten.

Die lange Tradition vom volkstümlichen Ausdruck, "dass es keinen Sinn hat, wenn man den Bock zum Gärtner macht" ist wohlbegründet und berechtigt. Und das Bild ist überaus zutreffend. Man kann einfach nicht "bei Trost" sein, wenn man sich der Illusion hingibt, dass ein Mensch freiwillig gegen eine eigenen primären Interessen verstößt und diese anderen Interessen unterordnet. Dies würde bedeuten, das man einen der stärksten und primitivsten Grundinstinkte  des Menschen schlicht weg ignoriert - den Überlebenstrieb. Dieer dehnt sich nämlich weit über das "nackte Überleben" hinaus...er beinhaltet auch "möglicht bequem" und "möglichst wohlhabend" zu überleben - immerhin soll die "eigene Brut" eine "best mögliche Ausgangsposition" zum überleben haben...  

Das Verlangen diesen primären - seit Bestehen der Menschheit vordringlichen - Trieb zu unterdrücken, zu Gunsten eines sekundären höheren sozialen Prinzips ist schlichtweg maßlose Selbstüberschätzung. Die Geschichte liefert am laufenden Band den Beweise für diesen Irrtum.


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© Harro Walsh