Mentals -                                       Zen und die japanische Musik

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Die japanische traditionelle Musik hat schon über Jahrhunderte einen engen Bezug zu ZEN. Die japanische Bambusflöte wird von jeher mit der Meditation verknüpft und sie  war ebenfalls von je her - wenn überhaupt - das Instrument japanischer Zenmeister. Das Shamisen, dass häufig auch als Begleitung zeremonieller Ereignisse benutzt wurde hat ebenfalls traditionell eine enge Verknüpfung zur Meditation. Uns auch die Taikotrommeln - obwohl diese auch mit der einfachen Volksmusik verknüpft sind und ihre ersten Traditionen sogar als "Kriegsinstrument" hatten, hat im späteren Verlauf enge Bindung mit dem Zen entwickelt. Die Verbindung zum ZEN wird deutlich, wenn man die Vorbereitung betrachtet, der sich die Trommler unterwerfen,
bevor sie überhaupt den ersten Trommelschlag ausführen. Vor jeder Aufführung absolvieren die Trommler einen langen Marathonähnlichen Lauf damit Sie mit Ihrem ganzen Bewusstsein in den Rhythmus ihres Herzschlages "eintauchen" und mit dem Herzschlag "eins" werden, bevor die Trommler anfangen ihre Instrumente zu schlagen. Sie gehen in ihren Instrumenten auf. schwingen und verhallen mit ihrem Herzschlag im Rhythmus ihrer Instrumente. Derartig totale Einheit mit dem Instrument sieht man sonst nur in ganz wenigen Fällen einzelner Virtuosen. Europäische Virtuosen neigen eher dazu ihre Virtuosität in Bezug auf höchste Schwierigkeitsgrade zu fokussieren. Japanische Virtuosen hingegen streben nach der Perfektionierung im Detail und fokussieren ihre Virtuosität nicht auf Komplexität, sondern auf absolute Perfektion im Detail.

Die Taikotrommeln hatten in der Feudalzeit eine weitere relativ wenig bekannte Funktion. Die Dorfgemeinschaften "bereinigten" damit in einigen der seltenen friedlichen Epochen die Nachbarschaftsstreitigkeiten. Beide Dorfgemeinschaften trafen sich an zeremoniellen Feiertagen an der strittigen Grenze  mit der jeweiligen eigenen Gruppe von Taikotrommeln und man spielte gegeneinander an. Der Landvogt des Bezirkes fungierte als Schiedsrichter. Das Ganze mag Europäer an ähnliche Begebenheiten in der Antike erinnern, bei denen sich zwei Heere gegenüber standen und jedes Heer einen Vertreter bestimmten, der stellvertretend für das Heer den Kampf austrug und einer der Beiden unterlag und damit den Streit gegen sein Heer entschied. Diese Art der Konfliktbereinigung hatte auch bei einigen Stämmen der Indianer in den USA eine Tradition. Im Unterscheid zu diesen beiden Traditionen entschieden aber in Japan die besseren Trommler den Wettstreit ohne Verletzungen. Leider geriet diese Art der Konfliktbereinigung in Japan immer wieder in Vergessenheit und weitaus häufiger wurden die Konflikte "im größeren Rahmen" mit militärischen Mitteln bereinigt. 

Trotzdem behielten die Taikotrommeln - zumindest nach der Beendigung des Konfliktes - ihre Bedeutung als Instrumente wenn die siegende Partei ihren Sieg feierte und auch bei zeremoniellen Festen wurden die Taikotrommeln geschlagen.


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© Harro Walsh