Mentals -                 ZA    ZEN                    die traditionelle Meditation

PAGE 12

move to page   1  2  3   4  5  6   7  8  9 10
          
11 12 13 14 15 16 17 18 19
zurück
Bei der Exerzitien ( Übungen ) der Meditation in der klassischen ZEN Schulung gibt es verschiedene Formen der Meditation. Die Form des Zazen ist mit Abstand nach meinem persönlichen dafürhalten die schwierigste und am härtesten zu bewältigende Form.

Bei den verschiedenen Formen der Künste im Bushido gibt es überall sogenannte "Formen" ( meist als Kata bezeichnet ). Eine Kata ist eine festgelegte Abfolge von Bewegungen. Ein Schüler lernt einzelne Techniken, im Kampfsport, bei Ikebana, bei der Teezeremonie, in der Kalligraphie usw. und konzentriert sich zunächst auf die Details in der einzelnen Bewegung. Mit der Zeit kommen weitere Bewegungen hinzu und der Schüler ist immer noch mit seiner Konzentration in den Details der bereits bekannten Bewegungen und der neuen Bewegungen "gefangen". Erst mit der Zeit wird der Schüler so sehr mit den Bewegungen vertraut, dass er sich auf weitere zusätzliche wesentliche Einzelheiten zu achten beginnt ( Atmung, Gleichgewicht im Zentrum, Dynamik der einzelnen Bewegung ). 
Erst der fortgeschrittene Schüler hat sich die einzelnen Techniken ( Bewegungen ) mit allen Details so sehr zu eigen gemacht, dass diese beginnen zu seiner Person zu gehören und er diese ausführt, ohne sich mit den Details der Einzelbewegungen auseinander zu setzen. Er beginnt vielmehr sich mit dem "Fluß" der Abläufe zu beschäftigen und mit der Dynamik des Ganzen ( also der Summe der Einzeltechniken ). Die Einzeltechniken haben bereits schon ein gewisses Maß an Perfektion erreicht. Ab diesem Zeitpunkt beginnt er das was man als "Tun ohne Tun" bezeichnet. Er nähert sich dem Zustand des "Mushin" - der Leere - in der die Meditation beginnt. Die Formen sind als quasi "Krückstöcke" mittels derer sich der Schüler der Meditation nähert.

Man kann das Ganze mit einer Arbeit am Fließband verglichen. Zuerst hinkt man mit seiner Arbeit hinter dem Band hinterher, weil man sich noch auf jeden einzelnen Griff bei der Arbeit konzentrieren muss. Mit der Zeit beherrscht man zwar die Handgriffe hat aber nicht die innere Synchronität gefunden - eilt also dem Band ständig voraus. Irgend wann hat man auch die Synchronität in der Bewegung unterbewusst verinnerlicht und läuft exakt gleich zum Band - ist also weder im "Vorlauf" noch hinkt man hinterher.
Der Arbeiter beginnt mit seinen Gedanken sich von der Arbeit zu lösen und ist quasi mit dem Kopf bei völlig anderen Dingen ( z. B. einem Treffen am nächsten Samstag ) und die Arbeit wird weitgehend mit Hilfe des Unterbewusstsein bewältigt.

Zazen steht hierzu im krassen Gegensatz. Man bedient sich keiner "Krücken", sondern setzt sich mit der Meditation direkt auseinander. Dies ist zwar der direkteste Weg , aber da man keinerlei Hilfsmittel hat ist dies die schwerste Form der Meditation.
Wenn man endlich die Atmung und das Gleichgewicht im Zentrum gefunden hat und versucht in die Meditation zu kommen und den Verstand zu leeren, wird es erst richtig hart. Es ist nichts  so schwer, wie den Verstand "herunterzufahren" und sich zu "leeren".
Je mehr man sich bemüht, desto drängender wehrt sich der Verstand gegen diese "Abschaltung". Dies kann sich bis zu Haluzinationen hin steigern. Das Maß an Selbstdisziplin, das man sich selbst abfordern muss, wird von Mal zu Mal größer, je mehr man sich fortentwickelt. In den ZEN-Klöstern gehen zwischen den Reihen der Meditierenden regelmäßig Meister mit einer Rute entlang. Ein Meister erkennt sehr genau, ob ein Meditierender einen letzten "Schubs" braucht um über die letzte Hürde zu kommen. In diesen Fällen wird nicht selten mittels eines gezielten Rutenschlags auf die Schulter oder zwischen die Schulterblätter diese "Hilfsleistung" erbracht und führt regelmäßig zum Erfolg. 
Die Textbeiträge dieser Seiten sind noch in Bearbeitung und werden ergänzt / erweitert !
© Harro Walsh