Mentals -                          SHIA TSU    -             die Kraft der Hände

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Die Basis des Shia tsu ist die klassische Akupunktur - und man könnte Shia tsu als eine Art Akupressur bezeichnen. Diese Betrachtungsweise kommt aber dem Shia tsu nur teilweise nahe. Außer dem detaillerten Wissen um die Meridiane und Knotenpunkte des Neuralnetzwerks ist ebenso detailliertes Wissen um die nur schwierig zu erklärende Kraft Ki nötig. Das Ki ist weitgehend identisch mit dem Chi im chinesischen Heilwissen.

In beiden Fällen ist eine gerichtete mentale Kraft ( also keine statische, sondern eine fließende Kraft ) gemeint. Selbst wenn sich das Ki in einen kleinen Punkt konzentriert - so handelt es sich doch um eine fließende Kraft, die dann in einem sehr kleinen Punkt zirkuliert.

Man kann also bei Shia tsu direkt mit der Pressur auf Punkte des meridialen Akupunkturnetzes einwirken um Störungen des Energieflusses zu beieinflussen, es besteht aber ebenso die Möglichkeit das eigene Ki in die Hände zu lenken und Konzentrieren um ( ich versuche ein europäische Denkschema zu verwenden ) mittels Übertragung ( also eine Art kinetisch - magnetische Energie ) auf die Punkte des Akupunkturnetzes einwirken zu lassen. ( Damit wenigstens teilweise das Prinzip vorstellbar wird - vergleiche ich es mit der Wirkung eines Ceranfelds, dass den Kochtopf erhitzt aber die Hand nicht - nur beim Ki wäre es genau umgekehrt, die Hand erwärmt sich der Kochtopf erwärmt sich nicht ).

Auch bei der Akupunktur arbeite ich mit Wärme, wenn ich um die Nadeln Kräuter wickele und diese langsam mit einem schwelenden Glühen abbrennen - wobei gleichzeitig die sich entwickelnden Dämpfe eine besondere Art der Aromatherapie darstellt, bei der die ätherischen Öle über die Nase und die Atmung aufgenommen werden.

Ziel aller Maßnahmen mit Akupunktur und Shia Tsu ist es, die Ungleichgewichte und unausgeglichenen Potenziale auszugleichen. In einem gesunden Körper besteht zwischen der maskulinen und der femininen Kraft immer ein ausgeglichenes harmonisches Verhältnis. Kommt es zu Störungen dieser Verhältnisse - durch äußere oder innere Einwirkungen - so entstehen Staupunkte. Diese Knoten zu lösen und den freien Fluss der Energie sicherzustellen ist das Ziel der Maßnahmen.

Die Meridiane welche in der Akupunktur und beim Shia tsu verwendet werden, sind identisch. Unterschiedlich ist nur die Art in der auf die Punkte eingewirkt wird, wobei dies auch nur zum Teil stimmt. Denn bis auf die Nadeln sind auch die "Wirkfaktoren" ( also Wärme und Kraftfelder ) gleich. Der einzige Unterscheid sind die goldenen und silbernen Nadeln ( Gold für aktive männliche Kraft - Silber für passive weibliche Kraft ).  In europäischen medizinischen Konzepten gedacht könnte man die Akupunktur genau betrachtet als inversive und Shia tsu als nichtinversive Behandlungsmethode bezeichnet werden.

Eine Sonderform des Shia Tsu ist Reiki. Reiki wird an anderer Stelle behandelt, weil bei Reiki das Schema eine eigenständige Entwicklung durchlaufen hat, und heute nicht mehr mit dem heutigen Shia tsu verglichen werden kann. Wenn man allerdings die alten Schriften des Shia tsu mit den alten Schriften des Reiki vergleicht, so sind die gemeinsamen Wurzeln unübersehbar.

Wenn beim Shia tsu Druck audf einen der Punkte im Meridiansystem ausgeübt wird, so erfolgt dies in sehr kleinen kreisenden Bewegungen. Die Richtung der Kreisbewegung ist sehr wichtig ! Im Uhrzeigersinn entspricht die Wirkung dem einer silbernen - also einer "weiblichen" Silbernadel, wohingegen die kreisförmige Bewegung gegen den Uhrzeigersinn der Wirkung einer goldenen  - also einer "männlichen" Nadel entspricht. Um auf den Punkt eines Staus einzuwirken, wird also im Regelfall eine "weibliche" Kraft genutzt, da hier ja nicht noch mehr männliche Kraft sich aufstauen soll, sondern vielmehr die weibliche Kraft sicherstellen soll, dass die gestaute "männliche" Kraft aus dem Stau "abfliessen" soll. Deshalb wird bei Shia tsu meist mit kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn gearbeitet. Durch die Erzeugung einer "weiblichen" Kraftzone wird ein Fluss des Ki  in die betroffene Zone erreicht.

Das Ki ist aber auch - genauso wie beim Reiki - zuerst eine geistige Kraft, die der "Heilende" in sich selbst entwickelt und steuert. Der zu Heilende hat zum Zeitpunkt der Störung keine Kontrolle mehr über sein Ki und der Heilende lenkt sein Ki in den Bereich des zu Heilenden, damit das Ki des zu Heilenden wieder in Fluss kommt und sich wieder im Ki des zu Heilenden ein Gleichgewicht wieder einstellt. Die Fähigkeit das Ki zu lenken ist eine erlernbare Fähigkeit. Um den Kontakt mit dem eigenen Ki herzustellen ist es erforderlich mittels Meditation Kontakt mit dem eigenen "nichtphysischen" Teil der Existenz zu bekommen. Das Ki ist also nicht eine physikalische Größe - obwohl die Wirkung des Ki sehr wohl physikalisch messbar ist. In einem Körperteil in dem Ki angeregt wird verstärkt sich massiv die Durchblutung, die Temperatur des Körperteils erhöht sich und der elektrische Widerstand verringert sich. Allerdings ist die Physik - bis heute - nicht in der Lage diese Wechselwirkung des Ki zu erklären. Die Basis des Ki ist "Hara" ( ein Bereich des Beckens gut eine Handbreit  unterhalb des Magens im Schwerpunkt des Körpers ).

Hier überschneidet sich Shia Tsu mit den Kampfsportarten, da die Kraft der Technik in dem Kampfsportarten aus dem Hara entwickelt werden muss. Indem das Hara trainiert wird, erhöht sich das Ki, dass in eine Kampftechnik geleitet werden kann. In sofern erklärt sich auch die Auffassung meines Senseis, bei dem ich seinerzeit lernte, dass ein guter Kämpfer auch ein guter Heiler ist. Um gut zu kämpfen sollten wir zuerst auch lernen gut zu heilen. Eine aus europäische Sicht sicherlich merkwürdige Auffassung, allerdings wenn man das Ganze unter dem Gesichtspunkt der Entwicklung des Ki betrachtet, so ist diese Sicht überaus logisch.


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© Harro Walsh