Indian Stuff            Pueblos - eine ökologische Bauform

PAGE 30

move  to  page 1 2 3  4  5  6  7  8 9 10 11  12 13  14  15   16  17  18  19  20
                           21  22  23  24  25  26  27  28  29  30  31  32  33  34  35  36  37  38  39  40
 
zurück

  Über die Bauweise der Pueblos

Die ältesten noch erhaltenen Fragmente von Pueblo-Bauten gehen auf die Anasazi
( übers." das alte Volk " / " die Alten " ) zurück und lassen sich auf ca. 300- 400 v. Chr. zurückdatieren. Die Anasazi gelten gemeinhin als die Vorfahren der Navajos und nach den Legenden der Anasazi zu urteilen dürften sie aus Mexiko / Mittelamerika eingewandert sein. Ob und in wieweit daraus sich eine Abstammung von den Azteken herleiten ließe ist eher eine akademische Diskussion - wird aber in diesem Text nicht weiter erörtert.
Grundsätzlich ist bei allen Pueblo-Bauten, die in Canyons sind, eines typisch:
Der Canyon verläuft immer in einer leichten Bogenform von Ost nach West und die "Bogen-Kehle" ist immer etwas nördlich ausgerichtet

Der Hauptzweck dieser Ausrichtung ist es, sicher zu stellen, dass der in der "Kniekehle befindliche Teil des Canyons in der Mittagsglut einen Kernschatten spendet. Aber in der übrigen Zeit wird sowohl aus der Morgensonne in der Frühe des tages und aus der Abendsonne das letzte Quentchen an Energie ausgenutzt um den Felsen zu heizen. Dies sorgt dafür das die Felsen in der Nacht die gespeicherte Wärme an die Pueblos abgeben ( passive Sonnenenergie ).
Darüber hinaus schützt der Canyon dann vor den kalten Nordwinden und den heißen Südwinden.
Durch das Aufheizen der oft 100 bis 150 Meter hohen Felswand entsteht über den ganzen Tag verteilt eine gleichmäßige Thermik ( aufsteigende Luftmassen ), die eine zusätzliche wichtige Funktion erfüllen: In der Folge der aufsteigenden Luftmassen entsteht ein gleichmäßiger Sog und damit ein natürlicher Rauchabzug der Feuerstellen. Man wird also nicht in den Puebloräumen "geräuchert", trotz der vielen dicht neben einander liegenden offenen Feuerstätten.
Durch das Zusammentreffen all dieser Faktoren herrscht in den Räumen eines Pueblos das ganze Jahr über ein ausgezeichnetes "baubiologisches" Klima und ausgeglichene Raumtemperaturen mit einer hervorragenden "Raumatmung". Oft wurde im hinteren Teil derjenigen Pueblos, die in Höhlen errichtet wurden, an den Rückwänden der Höhle Vorrichtungen angebracht, die das Kondenswasser sammelten und in unterirdisch angelegten Zisternen sammelten.

Die "Unterkonstruktion" ( auf der die Statik der Pueblos ruht) sind volle Baumstämme. Die Wände und Decken sind aus "Adobe" (lebender Erde - gemeint ist tonhaltige
Erde ) und damit entsteht im gesamten Bau ein konstanter Ausgleich der Raumfeuchtigkeit, da dieser Baustoff überschüssige Luftfeuchtigkeit aufsaugt. Diese Feuchtigkeit wird in trockenen Phasen wieder gleichmäßig an die Raumluft abgegeben.
Daher sind die Pueblos aus "baubiologischer Sicht" unerreicht in ihrer Qualität.
Später ab ca. 600 nach Christus begannen Die Indianer - anfangs erst an Felswänden "angelehnt" - später ab 1500 n. Christus auch "freistehend" Pueblos zu errichten.
 
Bei freistehenden Pueblos, folgte man dann immer dem Prinzip, die außen befindlichen Räume nur temporär zu nutzen, wohingegen die inneren Räume den eigentlichen Lebensmittelpunkt bildeten.

           ZURÜCK