Indian Stuff -  Kriegshaube  zum selbermachen

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Die Kriegshaube ist ein Insignium der Häuptlinge oder Kriegsführer eines Stammes. Es gibt Stämme bei denen ein besonders mutiger Krieger ein Kriegsführer sein kann, ohne Häuptling sein zu müssen. Dieser Kriegsführer hat dann im Gefecht die gleiche Befehlsgewalt, wie ein Häuptling und handelt dann quasi in seinem Namen. Dies ist eine sehr zweckmäßige Einrichtung, da in vielen Stämmen die Häuptlingswürde des Stammes von alten Männern oder von Frauen ( z.B. bei den Hopi und Navajo ) gehalten wird.
In solch einem Fall ist es zweckmäßig, wenn die Befehlsgewalt in einem Gefecht von einem erfahrenen und mutigen Krieger ausgeübt wird, da der Stamm so am besten von dessen Erfahrungen profitiert. Außerdem kennt dieser im Regelfall am genauesten die Fähigkeiten der anderen Krieger  und kann diese dann am zweckmäßigsten einsetzen.
  Als Federn werden möglichst große und gerade gewachsene Federn benötigt ( mindestens 35-40 cm lang ! ). Da der Adler unter Naturschutz steht und es sehr schwer ist an Adlerfedern zu kommen wird hier in der Anleitung hilfsweise mit Puten/Truthahnfedern gearbeitet. Es kommen nur Schwanzfedern aus dem mittleren Bereich in Frage.
 Sollten die Federn trotzdem eine Krümmung aufweisen - und das ist in der Regel der Fall - so werden immer paarweise Federn mit gegenläufiger Krümmung benötigt. Also immer ein linker und ein rechter als Paar. Die geradesten Federn kommen nach vorne. Insgesamt werden für eine Kriegshaube ( ohne Schwanz ) ca. 40-60 Federn und ebenso viele möglichst gerade gewachsene Flaumfedern benötigt ( siehe Bild ganz links ).Das Bild rechts davon zeigt eine fertig bearbeitete Feder .Um den Federn ein Aussehen zu geben, das dem einer Adlerfeder möglichst weit ähnelt, werden die Federn zuerst mit sehr heißer weißer Stofffarbe eingesprüht ( bitte nicht tränken ! nur einsprühen, damit die Federn leicht feucht sind ). Die Farbe muss so heiß wie möglich sein, damit die Federn die Farbe gut aufnehmen. Danach müssen die Federn erst vollständig getrocknet sein, bevor die gleich Prozedur mit schwarzer Stofffarbe im oberen Viertel der Federn wiederholt wird. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Farbe an der Spitze am "sattesten" ist und nach unten hin dünner wird. Die Federn in der rechten Zeichnung dient als Vorlage.
 Die Federbearbeitung wird jetzt - nachdem die Federn gefärbt worden sind - anhand des Bildes links von links nach rechts erklärt.
Die ersten zwei Kiele ganz links - im Kiel wird mit einem ganz scharfen Messer im Kiel ein Teil ausgeschnitten - dabei bitte besonders darauf achten, das die Feder nicht ausfranzt/splittert ! Als nächstes wird die Kielspitze in den Hohlraum eingeführt wie in den beiden nachfolgenden Zeichnungen dargestellt ( Es ist durchaus sinnvoll die Kielspitze mit einem Tropfen Klebstoff in dieser Position festzukleben. Als nächstes wird ein sehr dünnes Leder oder ein Klebestreifen so zugeschnitten, dass dies der Zeichnung an fünfter Stelle entspricht. Falls es Leder ist statt eines Klebestreifens, so wird das Leder sehr dünn mit einem Kontaktkleber oder Hirschhornleim bestrichen.
Als nächstes wird - wie in der Zeichnung gezeigt - der Ledersteifen/das Klebeband am schmalen ende durch die "Öse" gelegt und der Rest in spiralenförmigen Wicklungen aufgebracht um die Flaumfeder in Ihrer Position zu fixieren. Die Höhe des umwickelten Federschafts sollte ca. 4,5 bis 5 cm betragen. Danach wird der Schaft mit sehr dünnem hellbraunem Leder umwickelt und das Leder wird mit rotem Zwirn mehmals oben und unten umwickelt und festgebunden. So verfährt man mit jeder Feder, bis alle Federn der Vorlage entsprechen.






Als Nächstes wird ein alter Filzhut oder eine Lederkappe ohne Rand benötigt. Im Abstand von 1,5 bis 2 cm zum Rand wird rundum eine Reihe von Löchern angebracht mit einem abwechselnden seitlichen Abstand untereinander von ca. 8mm und dann 25 mm, wieder 8mm, dann wieder 25 mm und so weiter.  Die Federn werden mit Hilfe eines Lederbandes durch die Ösen so aufgefädelt, das die Abstände von 25mm jeweils frei bleiben und zwischen den Löchern im 8mm Abstand je eine Feder eingefädelt wird. Mann sollte vorher die fertiggestellten Federn ausgelegt und sortiert haben, dass die Federn mit Rechtsdrall auf der rechten Seite ausgelegt wurden, und diejenigen mit Linksdrall links liegen. Die geradesten in der Mitte und nach außen hin die Federn mit zunehmenden Drall. Beim Auffädeln sollte man vorne an der Stirnseite in der Mitte mit den am gerade gewachsensten Federn anfangen und sich dann nach hinten hin zu den Federn mit der stärksten Krümmung vorarbeiten. Anschließend sollte man  auf der Stirnseite ein bemaltes Stück Leder mit ca. 5 cm breite so fixieren, dass es von einem Ohr bis zum anderen Ohr reicht. Als Abschluss des Bandes wird auf beiden Seiten eine Lederrosette mit einem Durchmesser von ca. 6 - 8 cm Durchmesser fixieren. Um den regelmäßigen Abstand der Federn untereinander festzulegen. kann man entweder auf der der Innenseite der Haube zugewandte Seite der Federn einen Hilfsfaden einziehen oder noch besser am oberen Ende der Federschäfte einen Faden durchziehen auf dem Holzperlen so aufgezogen wurden, dass die Holzperlen  einen Festen Abstand der Federn sicherstellen.   
In der Mitte der Lederrosetten werden Lederschnüre fixiert, die an ihren ca. 15 cm herabhängenden Enden mit Troddeln aus Flaumfedern, Rosshaaren oder Silberkegeln oder Holzperlen geschmückt sind. Die Zeichnung links gibt hierzu Anregungen. Außerdem kann die Lederrosette mit Mustern bemalt werden, wie auch dass Lederzierband auf der Stirnseite. Mit etwas höherem Aufwand können auch Muster aus Perlenstickereien fixiert werden.
Da es bei den äüßeren Federn der Kriegshaube auf die Schönheit und Gleichmäßigkeit aller verwendeten Federn ankam, wurde bei manchen Kriegshauben auch noch mittig auf der "Kuppe" im Innenraum einige Federn nach dem Feder-Code aufgebracht, die Auskunft über den Mut und die Taten des Trägers Auskunft gaben. Diese Federn wurden dann immer so fixiert, das sie frei nach hinten fielen.
Sollte eine Kriegshaube mit Schwanz geplant sein, so ist der Schwanz ca. 30 cm breit und reich dem träger bis zur Kniekehle. Pro 30 cm Länge des Schwanzes sollten für beide Federreihen links und rechts zusammen je 22 Federn pro 30 cm. Federschwanzlänge kalkuliert werden, also bei einer Schwanzlänge von 1,5 Metern werden noch zusätzlich 110 Federn benötigt, die ebenfalls alle nach dem gleichen Verfahren, wie oben im zweiten Abschnitt beschrieben,  angefertigt wurden.