Indian Stuff               -                Federn Code der Cheyenne

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Federn, Kriegsutensilien und ihre Bedeutung 

Die gemeinhin bekannten Trachten und zeremoniellen Utensilien der nordamerikanischen Indianer gehörten überwiegend zum Kriegsschmuck: 

Sie führten im Krieg errungene Auszeichnungen vor Augen, welche die anderen auf den ersten Blick zu deuten wußten. Eine Federhaube stand für große militärische Leistung, und die Art und Weise, wie eine ins Haar gesteckte Adlerfeder beschnitten war, gab Auskunft über bestimmte Taten oder Erlebnisse: ob der Träger etwa einen Skalp genommen hatte oder in einer Schlacht verwundet worden war. 
Die Cheyenne erkannten an der Federhaube einen Krieger, der sich durch Tapferkeit und Schlachterfahrung hervorgetan hatte. Die Entscheidung darüber, ob ein Krieger sie verdientermaßen trug, blieb diesem selbst überlassen, obschon die Kampfgefährten einen von Natur aus bescheidenen Stammesbruder dazu ermutigen oder den, der sie sich zu früh angemaßt hatte, mit Hohn strafen konnten. 
Ehrenzeichen, die er sich in seinem Leben erworben hatte, begleiteten einen Krieger auch in sein Grab. Bei einigen Stämmen wurden große Häuptlinge in einem Tipi zur letzten Ruhe gelegt, gekleidet in ihre prächtigsten Gewänder und zusammen mit ihren Waffen und ihrem liebsten Besitz. Sogar ihre Pferde wurden getötet und in der Nähe des Tipi abgelegt. 
Gelegentlich wurden den Kriegern Namen verliehen, die ihre Kühnheit zum Ausdruck brachten: zum Beispiel Pawnee Killer, Plenty Coups, One Who Strikes the Chief First, He Kills First oder One Who Catches the Enemy. 

Nicht nur die Leistungen einzelner Krieger, auch Erinnerungen an Ereignisse, die für den Stamm von größerer Bedeutung waren, konnten über viele Jahre hinweg durch mündliche Überlieferung lebendig erhalten werden. Die Pawnee etwa wußten noch um 1870 detailliert von dem Krieg zwischen verschiedenen Gruppen zu erzählen, der ein Jahrhundert zuvor zur Einheit ihres Stammes geführt hatte, einschließlich der Taktiken und der Namen der Beteiligten. 

Wie furchterregend der Einsatz auch sein mochte, der Kampfgeist obsiegte immer, insbesondere unter den jungen Kriegern, die tatendurstig waren und Anerkennung suchten, auch wenn sie dabei ganz auf sich allein gestellt waren. Wie viele Menschenleben dabei aufs Spiel gesetzt wurden, tritt nirgendwo deutlicher zutage als in einem Bericht des Sioux Ohiyesa, der um 1870-72 als Junge miterlebte, wie eine kleine Schar junger Krieger in den Kampf zog, nachdem der Medizinmann ein günstiges Omen verkündet hatte:
"Sofort erhielten unsere jungen Männer ihr Zeichen, und für einige Tage herrschte überall Hast und Aufregung. Am festgesetzten Morgen hörten wir die Gesänge der Krieger und das Klagegeschrei der Frauen, womit sie einander Lebewohl sagten, und unter der Führung eines erfahrenen Mannes, des alten Hotanka oder Loud-Voiced Raven, machten sich die kriegstauglichen Burschen auf den Weg ins Land der Gros Ventre ... Von diesem frühen Morgen an, als die jungen Krieger uns verließen, angeführt von dem alten Kriegspriester ... zählten die besorgten Mütter, Schwestern und Liebsten die Tage. Old Smoky Day stand manchmal früh am Morgen auf und sang ein "Starkes Herz"-Lied für seinen Enkel, der auf dem Kriegspfad war. Ich höre immer noch den Widerhall der heiseren, brüchigen Stimme des alten Sängers in den Wäldern. Für lange Zeit erfreute sich unsere umherstreifende Gemeinschaft eines ungestörten Friedens; wir blieben von Ärger und Unruhe verschont. Oft brachten unsere Jäger ein Reh, einen Wapiti oder einen Bären, so daß wir frisches Fleisch hatten. Die herrlichen Seen versorgten uns zur Abwechslung mit fisch und Wildvögeln. Der Herbst näherte sich, und die stillen Wasser spiegelten die Farbenpracht des Laubwechsels ... Eines frostigen Morgens - es war gegen Ende Oktober - hörten wir den beklemmenden Gesang eines einsamen Kriegers. Im nu befand sich das Lager in einem zutiefst desolaten Zustand. Die Bedeutung dieses Gesangs war allen sonnenklar: Bis auf den, deesen Klagegesang das Schicksal seiner Gefährten verkündigte, waren alle unsere Krieger gefallen. Der einsame Krieger war Bald Eagle ... Das Dorf war vor Gram erschüttert, denn jeder Indianer teilt Leid wie Freude mit allen anderen. Die alten Frauen hielten inne, wo immer sie auch sein mochten; ihr verzweifeltes Wehklagen wechselte mit Lobgesängen auf die gefallenen Krieger. Die Frauen entfernten sich ein wenig von ihren Tipis und trauerten. Die jungen Mädchen aber gingen in die weitere Umgebung des Lagers, wo niemand ihre Trauer beobachten konnte. Die alten Männer stimmten in das Schreien und Singen ein. Die Unbewegtesten von allen waren allem Anschein nach die Krieger, deren Tränen im Land des Feindes vergossen werden mußten, um ihren Rachedurst zu schüren. Stumm saßen sie in ihren Tipis und rangen darum, ihre Gefühle hinter einen stoischen Mine zu verbergen."