Miscellaneous                     BUZ 23 die Jagd nach dem verlorenen Transistor

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Wie bereits schon in der Übersicht dargelegt, erschien die erste Bauanleitung des BUZAMP in einer Elektorausgabe des Jahres 1987. Da zu dieser Zeit dieser dieser Verstärker wegen seiner ausnehmend guten Daten sehr häufig nachgebaut wurde, hat die Redaktion von Elektor später im Jahre 1988, als die Produktion des BUZ 23 von Siemens bereits eingestellt worden war, die Bauanleitung trotzdem noch in dem Buch "Audio Schaltungsbuch" ( ISBN 3-92-1608-63-5 ) ebenfalls von elektor noch mit aufgenommen.

Als ich 1992 die Bauanleitung in die Finger bekam waren die BUZ 23 bereits schon nicht mehr im Laden zu bekommen. Der Ladenpreis betrug für einen Transistor damals nicht ganz 11,00 DM ( also knapp 5 ,60 Euro ). 

Ich habe dann jahrelang nach dem Transistor gesucht... es gibt zwar eine Quelle im Internet, bei der ein Stock von etwa 100 Transistoren noch verfügbar ist, aber die Frau, die die Anfragen bearbeitet, glaubt anscheinend, dass man noch die Wasserhähne ihrer Urlaubsfinka noch mit 14 Karat Gold ausgestattet werden müssen... immerhin verlangt diese Dame den aberwitzigen Betrag von 14,63 Euro pro Transistor als Nettopreis... also ohne "Märchensteuer" und dann kommen noch gesalzene Versandkosten hinzu. Wenn man also 9 Transistoren haben will, käme eine Bestellung einschließlich Märchensteuer und Versand auf etwas mehr als 180 Euro !

Gegenüber dem Ursprungspreis immerhin eine Steigerung von zusätzlich über 300 % !!! Man muß also regelmäßig Platformen wie ebay oder ähnliches abklappern, wenn man zu akzeptablem Preisen noch an 8 bis 9 Transistoren kommen will.

Ich hatte nun kürzlich das unverschämte Glück zu einem annehmbaren Preis an 9 Transistoren zu kommen und konnte nun - nach über 15 Jahren mich endlich an die Fertigstellung dieses einzigartigen Verstärkers machen. 

Unten ein Blick in den Verstärker:

 

 


Um den nötigen Saft für die Leistung von 200 Watt pro Kanal zu erreichen sind zwei sehr kräftige Ringkerntrafos erforderlich.
Jeder Ringkerntrafo sollte zwei Sekundäranzapfungen mit je 42 Volt und je 6 Ampere - also eine Gesamtleistung pro Trafo von 250 VA (Voltampere) haben. Ansonsten sollten bei einem einzelnen Ringkerntrafo die Spannungen zwar gleich - aber pro Sekundärspannung je 12 Ampere zur Verfügung stehen , der Trafo also eine Kapazität von über 500 VA haben. Nach der Gleichrichtung stehen dann jeweils Spannungen mit je +55 Volt und -55 Volt zur Verfügung stehen. Bei zwei Trafos hat man noch die Möglichkeit 10 Ampere Gleichrichter verwenden zu können. Bei einem Trafo bräuchte man schon Gleichrichter, die mindestens 15 Ampere verkraften. 

Da die entsprechenden Lautsprecher über eine gepflegte Leistung verfügen müssen, wenn nicht gleich beim Einschalten die einzelnen Lautsprechersysteme sterben sollen, sollten für die Lautsprecher Wahlweise  Leitungsklemmen für mindestens 2,5 qcm oder Bananenstecker für 4mm Stecker verwendet werden. 
 

                       

 

Für die Glättung der Speisespannungen kann man wahlweise - wie in der Bauanleitung vorgeschlagen -  eine Gruppe von je 8 Elkos á 4700 Microfarad verwenden ( also 18.800 Micofarad pro Speisespannung und pro Kanal ) - oder man kann, wie hier im vorliegenden Beispiel die Speisespannungen erst mit je 10.000 Microfarad sieben ( die vier Elkos oben im Bild ) und anschließend die Gesamtspannung auf 2 Elkos zu je 40.000 Microfarad  puffern und von dort aus beide Endstufen versorgen.
 

 
 
Die 2 Platinen für je einen Kanal des Verstärkers werden auf die als Kühlkörper ausgeführten Seitenteile des 19 Zoll Rackgehäuses mit 3 HE über Kühlschienen montiert unter reichlicher Zugabe von Kühlpaste.
 
 

     

 
  Die beiden Fotos oben zeigen die beiden alternativen Bestückungen der BUZAMP Originalplatine.
Links die bessere Variante mit dem BUZ 23 und rechts die schwächere Alternative mit dem BUZ 20 im TO-220 Gehäuse. Verwendet man die BUZ 20 Alternative, so ist - wie an späterer Stelle erklärt wird - besonders auf großflächige und leistungsstarke Kühlkörper zu achten. 


Wie man dem Foto entnehmen kann, befindet sich auf der Frontplatte nur ein ein/aus Schalter. Auf Lautstärkerregler wird verzichtet. man geht damit Gleichlaufproblemen beim Poti aus dem Weg. Die Lautstärke wird aktiv vom Vorverstärker aus geregelt.
 
 

 
  Es gibt auch noch einige bemerkenswerte Alternative Baupläne des selben Konzeptes. Obwohl ich diese nicht ausgetestet habe, so werde ich dennoch hier diese Konzepte einstellen.

Auf den nachfolgenden Seiten kommt zuerst die vollständige Anleitung des
BUZAMP nach elektor.
Die Originalanleitung bietet die Möglichkeit Verstärker mit 2 oder 4 BUZ 23 oder mit 2 oder 4 BUZ 20 aufzubauen. Allerdings sollte man einen Blick auf die Datenblätter der beiden Transistoren werfen. Der BUZ 20 ist im TO 220 Gehäuse und beim Vergleich weist der BUZ 20 eine Verlustleistung von 75 Watt auf. Der BUZ 23 hingegen im TO-3 Gehäuse weist eine mögliche Verlustleistung von 125 Watt aus. Er verkraftet also deutlich höhere Leistungen als der BUZ 20. Auch die Wärmeleitwerte sind beim BUZ 23 deutlich besser, was zur Folge hat, dass er ( schon alleine wegen der größeren Oberfläche / Kontaktfläche zum Kühlkörper ) wesentlich besser die Wärme zum Kühlkörper hin ableitet. Bei gleicher Wärmeentwicklung hat er also eine um 60% höhere Leistungsgrenze. Aus diesem Grund kam für mich zumindest nie ein Aufbau mit dem BUZ 20 in Frage... ( besonders wenn man mal einen Blick auf meine Lautsprecher wirft..... )   

Obwohl die elektor-Anleitung bereits schon die Option bietet, statt der BUZ23 einen Verstärker mit BUZ 20 auf der gleichen Platine aufzubauen, so bin ich im Internet vor Jahren auf eine interessante Variation gestoßen für den Aufbau des gleichen Verstärkers - aber nur mit BUZ 20 auf einer Europakarte ( also einer Platine mit den Maßen 10cm x 16 cm ).
Ich bezeichne diese Variante der Einfachheit halber als
BUZamp Eurokarte. Die Platine ist vor allem deshalb interessant, weil man mit der kleineren Platine besser einen Brückenverstärker aufbauen kann und dann ( wenn zwei Karten nebeneinander auf der Kühlschiene montiert - man mit 21 cm breiten Kühlkörpern und zwei Platinen pro Kanal ebenfalls auf einen annehmbaren MOSFET mit ca. 250 bis 300 Watt pro Kanal kommt.
Darüber hinaus gibt es einen sehr rudimentären "Radikal-Entwurf" des puren Minimalismus mit dem Namen
BUZquito,
der auf der Basis von BUZ 900 und BUZ 905 basiert. Allerdings - wie gesagt sehr minimalistisch - also ohne Temperaturschutz und ohne Kurzschlussschutz wie beim originalen BUZAMP. aber diese liessen sich sicherlich relativ unproblematisch von einem erfahrenen Elektroniker noch nachrüsten.
Und zum guten Schluss hat noch die Zeitschrift Electronic Magazin ebenfalls eine fast gleiche Schaltung mit dem BUZ 22 veröffentlicht. Zwar soll der nach Angaben der Zeitschrift 100 Watt liefern und wird deshalb als
100 Watt Verstärker propagiert, allerdings schätze ich, dass hier nur von der Spitzenleistung die Rede ist... als Dauerleistung dürften wohl eher 75 Watt real sein. Auch hiervon liegt hier die vollständige Anleitung hier vor.

 
 

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© Harro Walsh