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Bassreflex  - ja oder nein und wenn ja, dann wie ?  
 
Um  den ersten Teil der Frage zuerst zu beantworten, sollte man zunächst das Bassreflexsystem mit dem Tiefton Lautsprecher vergleichen. Der Tieftonlautsprecher zeigt zu den tieferen Tönen hin grundsätzlich immer Schwächen. Dies hat mit dem Durchmesser des Schalltrichter und der Menge der durch die Membrane bewegte Luft zu tun. Um bei langsamen Schwingungen große Mengen Luft zu bewegen und einen entsprechenden Schalldruck zu erzeugen braucht man wahlweise einen sehr großen Trichter oder der Trichter muss bei kleinerem Durchmesser größere Wege zurücklegen ( also bei der Spule und beim Magneten hinten stärker ausgelenkt werden ).

Wenn man die erste Alternative wählt stößt man sehr schnell zu Korbdurchmessern vor, die sich nur mit erheblichem Aufwand in großvolumige Gehäuse einbauen lassen. Und hinsichtlich des Schalldruckes   bestehen immer noch Einschränkungen, da mit größerem Korbdurchmesser zwar größere Luftmengen bewegen - aber wegen der Größeren Fläche auf der sich der Druck verändert - steigt der Schalldruck nicht im gleichen Maße an, da der Schalldruck sich auf eine größere Fläche verteilt. Anders gesagt: bei der Verdoppelung der Trichterfläche erhöht sich der Schalldruck nur um etwa 20% ! Im Abschnitt über die Physik der Lautsprecher hatten wir bereits erörtert, dass auch eine größere Membran ( wegen der Steifigkeit des Materials ) nicht notwendiger weise bessere Ergebnisse bei der Wiedergabe mehrerer tiefer Töne gleichzeitig erreicht.

Allgemein wendet man heute mehr Aufmerksamkeit der elastischen Trichter-Korbverbindung zu um bei kleineren Körben eine höhere Auslenkung des Korbes zu erreichen. Die tiefen Töne kommen mit diesen Systemen "trockener" und "satter" ( also mit höherem Schalldruck ) beim Ohr an.
 
Die ersten Bassreflexsysteme wurden bereits Mitte der 70er entwickelt und haben bis heute schon eine ziemliche Entwicklung hinter sich. Trotzdem gibt es - bis heute - keine vernünftigen Formeln zur Berechnung der Akustik eines Bassreflexsystems. Der Hintergrund dürfte in der Tatsache begründet liegen, dass zu viele Einzelfaktoren im System mitwirken - als dass sich dies in eine einzelne übersichtliche Formel zusammen fassen ließe. Deshalb werden auch heute noch Bassreflexsysteme im wesentlichen in einer Reihe praktischer Experimente entwickelt und man kann sich in der Regel nur auch Schätzwerte und Erfahrungswerte verlassen. Der Kerngedanke wurde aus dem Horn abgeleitet. Durch die Erzeugung eines relativ leisen Tons am Mundstück lassen sich durch die Trichterform gefördert an der Trichteröffnung relativ laute Töne mit hohem Schalldruck erzeugen. Damit wird eine der wesentlichsten Probleme ( der Schalldruck ) elegant gelöst. Es kommt ein relativ weicher und trotzdem "trockener" Basston beim Ohr an. Da aber der Trichter dem Schall einen längeren Weg innerhalb des Trichters bereitstellen muss um den Effekt zu erzielen - auf der anderen Seite aber der Lautsprecher nicht 4 Meter bis 6 Meter lang sein kann, muss der Trichter gekrümmt und gefaltet werden, um in eine Box "hineinzupassen". Da der handwerkliche Aufwand bei Krümmungen ( also gerundeten weichen Abrundungen ) zu hoch ist, werden die Trichter in Bassreflexsystemen "gefaltet" ( mit eckigen Kanten ). Dies birgt aber eine Menge Probleme in sich, da hier Phasenverschiebungen entstehen, die in der Folge "Interferenzen" - also unharmonische Verzerrungen - nach sich ziehen. Der Nachbau eines Bassreflexsystem ist also mit Vorsicht zu genießen und gute Bassreflexsysteme stellen extrem hohe Anforderungen an die Genauigkeit und die handwerklichen Fähigkeiten desjenigen, der ein solches System bauen will.
 
Wenn man beim Nachbau dieses Lautsprechersystems gute Lautsprecher für die Frequenzen von
 5 Hz bis etwa 150 Hz hat, kann man auf den Einbau eines Bassreflexsystems verzichten. Wenn aber die verwendeten Lautsprechersysteme nicht in der Lage sind, entsprechende Schallpegel aufzubauen, dann muss man ein Bassreflexsystem einbauen um die Schwächen dieser Lautsprecher zu kompensieren.
 
Wenn man wegen der "schwächelnden" Tieftonlautsprecher das Bassreflexsystem in diesem Lautsprechersystem einbauen muss, so muss man dies mit höchster Genauigkeit tun. Dies gilt sowohl für die genaue Einhaltung von Winkeln im Trichtergehäuse, als auch für die genaue Bemaßung der einzelnen Holzteile, aus denen der Trichter zusammen gesetzt ist. Auch der Lautsprecher Nr.9, der das Bassreflexsystem treibt muss hinsichtlich seiner akustischen Daten exakt passen. Ich stelle im Bereich der Bauanleitung eine Liste mit drei Lautsprechern bereit, die dieses Kriterium erfüllen.
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© Harro Walsh