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Dämmen oder nicht dämmen ist eine entscheidende Frage  
 
Wird in kommerziellen Lautsprechersystemen in erster Linie deshalb gedämmt, weil man zu viele Kompromisse geschlossen hat und die Folgen dieser Kompromisse nun bekämpft werden sollen 
( man kann also nicht frei wegen der Dämmung entscheiden sondern man bekommt vielmehr die Notwendigkeit aufgezwungen ), so haben wir in dieser Box die Freiheit über die Dämmung nachzudenken und brauchen nur in wenigen Bereichen dort zu dämmen, wo Dämmung wirklich Sinn macht und die Vorteile einer Dämmung wirklich dem Gesamtkonzept zu gute kommen. Dämmung birgt nämlich auch Nachteile und sollte deshalb nicht grundsätzlich betrieben werden.

Darüber hinaus ist auch zu beachten, dass verschiedene Dämmmaterialien auch verschiedenartige Dämmeigenschaften aufweisen. Es sollte daher auch wenn tatsächlich gedämmt werden soll, überlegt werden welche Art Dämmung verwendet wird.

Die Art der Dämmung wird bestimmt durch die Antwort auf die Frage was ich eigentlich mit der Dämmung erreichen will. Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob ich zuallererst Schallwellen brechen und diffundieren will, oder ob ich ein Material wie Holz in der Entfaltung von Eigenschwingungen behindern - also dämpfen will. Im einen Fall brauche ich hart-elastisches Material und im anderen Fall brauche ich ein filigran strukturiertes weiches Dämmmaterial.

Kommen wir zum Nachteil der Dämmung: Zuallererst einmal mindert Dämmmaterial das Volumen der Kammer. Lautsprecher brauchen Luft zum Arbeiten und Schwingen. Bei einem "offenen System" in dem sich Ventilationsöffnungen befinden spielt dies keine so große Rolle - obwohl auch dort eine Dämmung eher kontraproduktiv ist. Aber bei geschlossenen Systemen sollte man sehr sorgfältig überlegen, ob man überhaupt das Volumen mindert - ganz besonders wenn die Kammern bezogen auf etwaige Resonanz sehr "kleinvolumig" ist, wie dies bei unseren kleinen Innenkammern der Fall ist. Hier ist Dämmung eher unerwünscht und kontraproduktiv. Daher wird in unserem Gesamtsystem in aller erster Linie nur in jenen Kammern gedämmt, in dem elektrostatische Wandler sind, also Piezo- Hochtöner, Piezohörner und Kalottensysteme. 

Diesen Systemen ist allen gemein, dass das der Lautsprecher jeweils über eine abgekapselte Form verfügt, also eine Interaktion mit dem Volumen der Kammer nicht stattfindet. Hier macht Dämmung Sinn, da die abgekapselten Formen trotzdem unerwünschten  Schall abstrahlen. Hier soll die Streuung und vor allem das Mitschwingen des Holzes unterbunden werden. Das ist der einzige wirklich tolerierbare Einsatzbereich für Dämmung - der noch dazu nicht negative Nebenwirkungen entfaltet - im Gegensatz zum Einsatz bei elektromagnetischen Wandlern mit Korb und Trichter bei denen das Volumen der Kammer eine wichtige Rolle in der Funktion des Lautsprechers entfaltet.
 
Ein weiterer Bereich in dem gedämmt werden muss in unserem System, ist jener Bereich im Innenraum hinten hinter den Innenkammern zwischen dem Bassreflextrichter und der äußeren Gehäusewand, da hier in aller erster Linie der Schall sich im Trichter entfalten soll und die Verbreitung des Schalls im übrigen Teil des Lautsprechergehäuses unerwünscht ist, da zwischen dem Trichter und anderen Teilen der Box jede Interaktion unerwünscht ist. auch dieser Faktor wird in kommerziellen Lautsprechersystemen mit Bassreflexsystemen grundsätzlich unterschätzt und vernachlässigt, und es wird regelmäßig eine falsches - aber billigeres - Dämmmaterial verwendet. Bei dieser Box wird dieser Kompromiss nicht eingegangen. Wir dämmen richtig - was einigem Arbeitsaufwand verbunden ist, da verschieden Dämmstoffe in Schichten verwendet werden. der Trichter soll in einem gewissen Rahmen schwingen können, die Lautsprecherbox hingegen soll praktisch nicht schwingen. Dies bedeutet im Klartext, der Trichter muss mit schwingungsdämpfenden Puffern eingebaut werden und dann sollen die Wände des Trichters so gedämmt werden, dass nahezu kein Schall innerhalb des Gehäuses sich ausbreiten kann - also beides gewährleistet ist Schallbrechung und Streuung und Vibrationsdämpfung. Dies ist nur durch mehrere Schichten verschiedener Dämpfungsmaterialien im Verbund zu gewährleisten.
 

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© Harro Walsh