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Grundsätzliche Überlegungen zum Lautsprechersystem.
 

 

  Die gute ( für Lautsprecherhersteller ) bzw. schlechte ( für jene die diese Box haben wollen ) Nachricht zuerst:

Wer sich dieses Lautsprechersystem zulegen will, braucht Zeit, viel Zeit ! In jedem Lautsprechersystem steckt im günstigsten Fall mindestens ca. 220 bis 240 Stunden Arbeitszeit, bei Ungeübten können aber schnell daraus 350 Stunden werden. In jedem Lautsprechersystem stecken über 5,5 Quadratmeter  28 mm  und 32 mm dickes Buchenholz ! Bei meinem letzten Umzug brauchte ich für das Hochbringen jeder Box einzeln die Treppe rauf in den ersten Stock einen Nachbarn, der mir beim Tragen half. Jede Lautsprecherbox wiegt einzeln über 75 Kilogramm. Jedes einzelne Lautsprechersystem benötigt eine Standfläche von 500mm mal 500 mm - also ein viertel Quadratmeter -  und die Lautsprecherbox ist 1650mm hoch. Die Lautsprecherboxen  haben von mir nicht umsonst den Kosenamen "meine Kühlschränke" bekommen - nur dass sie schwerer sind ! 

Dies soll niemanden abschrecken - aber jeder sollte an ein solches Projekt mit einer nüchternen und realistischen Einstellung herangehen.

Wenn man sich überwindet und dann trotzdem diese Lautsprechersysteme baut - hat man was für "die Ewigkeit" gebaut und kann das Thema für den Rest seines Lebens abhaken.... man kriegt nichts besseres ! 
 
Und damit wären wir gleich beim Thema: Welche Überlegungen treiben einen Menschen Menschen dazu den bisher geschilderten Aufwand zu treiben ? Genau die nachfolgenden Überlegungen zu diesem Thema....

1.  Lautsprecher ( als einzelne Komponenten ) sind weitgehend in der Art der Herstellung ausgereift. 
     Es sind weder hinsichtlich des Materials noch hinsichtlich der Konstruktion noch große
     Revolutionen zu erwarten.
2.  Ein gutes Lautsprechersystem ( als Gesamtteil ) hat eine nahezu unbegrenzte "Lebensdauer", 
     wenn man mal die Lebensdauer des verwendeten Materials außer Acht lässt und unterstellt, 
     dass 
 das System nicht durch mechanische oder elektrische Beschädigung zerstört.
3.  Da einem diese Lautsprechersysteme also lange erhalten bleiben, sollten diese 
     Lautsprechersysteme unter der Prämisse gebaut werden, dass diese ihren Dienst unter allen 
     denkbaren Umständen verrichten. Die Boxen müssen also sowohl für eine deftigen 
     Feier oder Rockfete in einem größeren Saal als auch im Wohnzimmer bei Zimmerlautstärke die 
     beste Qualität abliefern. Die Größe des Raumes darf also bei der Qualität des Lautsprechersystems 
     nicht den geringsten Einfluss haben. Diese Forderung klingt simpel - ist es aber nicht ! Viele Boxen 
    haben - abhängig von der Raumgröße - ihre individuellen Stärken oder Schwächen.
4. Es gibt einen Grund, weshalb es Lautsprechersysteme, wie das hier vorgestellte, nicht zu kaufen 
    gibt: man könnte die erforderliche Arbeitszeit und den erforderlichen Aufwand nicht bezahlen !
5. Das Ziel aller Maßnahmen ist die "absolute" Wiedergabe von Schall von Datenträgern - egal von 
    welcher Quelle die Schallinformation stammt und egal was für eine Art Schall. Die meisten 
    Lautsprechersysteme haben gerade unter diesem Aspekt ihre Stärken oder Schwächen. Manche
    Boxen sind exzellent für die Wiedergabe klassischer Musik und andere haben ihre Stärken bei der 
   Wiedergabe von Hardrock und wieder andere glänzen bei Jazz und Streichquartetten. Bei den 
   käuflichen Boxen habe ich noch nie eine Lautsprecherbox erlebt, die völlig neutral von der Art des 
   Schalls ein Stück wiedergibt. Es gibt in den Hifi-Studios so "nette" Testhör-CDs mit verschiedenen 
   Stücken, damit man die Lautsprechersysteme beurteilen kann - allerdings verwende ich für die
   Beurteilung von Lautsprechersystemen nicht derartige CDs. In Japan gibt es Musik mit riesigen 
   Trommeln ( Taiko bzw. Kodo ) von 3 Metern Durchmesser, Bambusflöte und dem Shamisen 
   ( Zupfinstrument ). Wenn man einmal diese Art Musik in der Realität live gehört hat, weiß wie
   schwierig es ist für Lautsprecher genau den Klang dieser Trommeln wiederzugeben. Eine CD mit 
   Musik von der Gruppe "Ondekoza" ist  für jedes Lautsprechersystem der absolute Härtetest. 
   Gerade bei diesem Test versagen selbst die teuersten Boxen kläglich. 
   Die nächste Härteprüfung wäre eine Cd mit einer Aufnahme eines Orgelkonzertes ( z.B. Bach - 
   Brandenburgische Konzerte und Fugen ) im Passauer oder Kölner Dom. Die korrekte Nachbildung 
   der räumlichen Gegebenheiten dieser beiden Dome lässt beinahe alle Lautsprecherboxen
   scheitern... Der nächste "Härtetest" ist eine CD mit einer Aufnahme in der Mailänder Scala. Die 
   korrekte Wiedergabe der Akustik und aller Instrumente und Stimmen dieses Hauses zeigt ebenfalls 
   schnell die Grenzen eines Lautsprechersystems auf. Als nächstes sollte man dann eine jener 
   Aufnahmen wählen, die in den frühen Jahren von Chick Korea in einem der kleineren Clubs 
   aufgenommen wurden. Die Wiedergabe muss beim Abhören in Zimmerlautstärke den Eindruck 
   vermitteln, dass man an einem der vorderen Tische vor der Bühne sitzt....Der letzte Test wäre dann 
   wahlweise "all along the watchtower" oder "Purple Haze" von Jimi Hendrix live in Woodstock.  
   Wenn man nicht das Gefühl hat, auf der Wiese vor der Bühne zu sitzen, taugt die Box nichts.
6. Wenn ich Lautsprechersysteme haben will, die zu meinen Gardinen oder zum Teppich passen, 
    lasse ich meine Freundin die Boxen aussuchen... - allerdings werde ich dann nicht das Gefühl los, 
    dass dann die Prioritäten falsch gesetzt wurden. Der Klang ist maßgeblich und entscheidend - dies 
    bedeutet, dass Aussehen und Größe nebensächlich sind - also Ästhetik kein Kriterium für ein
 
    Lautsprechersystem sein kann oder darf und in jedem Fall der Akustik untergeordnet werden 
    müssen.
7. Im Laufe der Überlegungen stand gleich am Anfang die Frage, ob die Boxen als Aktivboxen oder 
    als passive Systeme ausgelegt werden sollen. Nach Abwägung der physikalischen 
    Voraussetzungen kam ich relativ schnell zum Ergebnis, dass letztendlich ein passives System die 
    bessere Wahl sei. Dies wird an späterer Stelle noch ausführlicher begründet. Es sei aber kurz 
    erwähnt, dass die oben unter 3. dargelegte Prämisse hierbei eine erhebliche Rolle spielte. Gerade 
    wenn man über die Filter nachdenkt, welche erforderlich sind, um das elektrische Signal 
    "aufzuteilen" und an jeden einzelnen Lautsprecher zu leiten, würde einiges dafür sprechen ein 
    Aktivboxensystem zu präferierren, weil der Aufwand für steil-flankige Filter in einem 
    Aktivboxensystem leichter und mit geringerem Kostenaufwand zu realisieren sind. Allerdings sind 
    Aktivboxen wegen der eingebauten Elektronik schon von Haus aus in der Leistung begrenzt und 
    es ist äußerst schwierig auf lange Sicht sicherzustellen, dass die ständige Vibration der Box nicht 
    die mechanische Stabilität der erforderlichen Elektronikplatinen schädigt und so "unfreiwillig" eine 
    nicht unerheblich "Stör- und Fehlerquelle" quasi von Anfang an in den Lautsprecher miteingebaut
    wird.
   
   
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© Harro Walsh