ABOUT ME                                             ....meine Meinung...

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Auf dieser Seite beziehe ich Stellung zu verschiedenen aktuellen Themen....
und gebe meine persönliche Meinung wieder...
 
  "Maulkorb für Olympioniken ?"
Im Vorfeld der olympischen Spiele in Peking tobt die Diskussion um die Tibetfrage - und ob sich Sportler zu dieser eigentlich "politischen" Frage äußern dürfen. Hierbei berufen sich die Funktionäre der olympischen Komitees auf die Statuten der olympischen Spiele.

Zu diesem Sachverhalt möchte ich einige Anmerkungen von mir geben:
Man sollte zunächst einmal sich daran erinnern, dass die Statuten der modernen olympischen Spiele 1894 abgefasst und später einige Male revidiert wurden. In dieser Zeit vertrat man noch die Ansicht das Politik ausschließlich die Sache von Politikern sei. Die Turnerbewegung von "Turnvater" Jahn ( als quasi Gründer des "Volkssports" ) war absolut unpolitisch, um nicht mit der politischen Obrigkeit "anzuecken". Die Demokratie lag noch in den Windeln und Frauen hatten noch kein Wahlrecht.....- in diesem Zusammenhang müssen auch die Statuten gesehen und bewertet werden. Inzwischen hat sich aber die Welt ein bisschen verändert, auch wenn die Funktionäre des olympischen Komitees wohl noch am liebsten in "guten alten Zeiten" schwelgen möchten... es gibt Frauenwahlrecht, die Demokratie hat sich nach schmerzhaften Erfahrungen wie Stalin, der Weimarer Republik, dem dritten Reich und Joseph Raymond Mc Carthy weiter entwickelt und es gibt so etwas wie "Zivilcourage", die 68er Bewegung und politische Mündigkeit der Bürger... man kann nicht einfach "die Umdrehungen der Welt" anhalten.

Sportler sind aktive Menschen, die aktiv am Leben teilnehmen und ihr Leben aktiv gestalten. Dazu gehört es nun mal auch, das Sportler - gerade in der heutigen Zeit -, in der Politik sich immer mehr in den Sport einmischt ( zum Beispiel bei der Sportförderung, bei den Verbänden etc. ), gezwungenermaßen sich auch mit Politik beschäftigen muss ... und in der Folge sich natürlich auch eine politische Meinung zulegt...

Angesichts dieser heutigen "Lebensrealität" wäre es also überaus angebracht, wenn die Funktionäre sich dieser Realität nicht verschließen, sondern vielmehr die Realität endlich zur Kenntnis nehmen und akzeptieren - immerhin behaupten diese Funktionäre ja von sich, dass sie angeblich die Interessen der Sportler vertreten....- die Nichtbeachtung dieser Realität ist nämlich in letzter Konsequenz mangelnder Respekt gegenüber denjenigen, die sie angeblich vertreten.... Immerhin sollten gerade die Funktionäre zur Kenntnis nehmen, dass sie letzten Endes ihre Position genau diesen Sportlern verdanken, die sie angeblich vertreten...  

Also anstatt in letzter Konsequenz ihre "Mandanten" zu verraten ( und den Sportlern einen "politischen Maulkorb" zu verpassen ), sollten diese "Vertreter des Sports" vielleicht einmal ihren "kostbaren" Verstand dazu benutzen, sich die Frage zu stellen, ob die Statuten aus den Jahren von 1898 heute noch zeitgemäß sind. Immerhin hatte man in den 70er Jahren sich ja erfolgreich mit der Problematik des Profisportes auseinander gesetzt - dort hatte man ja sich zumindest soweit mit der heutigen Realität auseinander gesetzt ( zwar notgedrungen, weil in einigen Sportarten alle guten Sportler schlichtweg Profis sind und man dann in diesen Sportarten sonst keine attraktiven Sportübertragungen gewährleisten könnte - die Entscheidung also schlichtweg aus kommerziellen Gründen getroffen wurden - oder wie man so schön sagt: zum Gelde drängt, am Gelde hängt alles ). Es wäre also in der heutigen Zeit überaus angebracht / überfällig , sich endlich heute auch mit den Statuten dahingehend zu beschäftigen, dass man jene Paragraphen "ausmüllt", die den Sportler als unpolitischen Dummkopf bevormunden. Diese Bevormundung ist weder zeitgemäß noch hinnehmbar.

Hierbei kann und darf das olympische Komitee keinesfalls auf die Behauptung berufen, dass die olympischen Spiele "apolitisch" seien. An dieses Märchen glauben die Funktionäre selbst schon lange nicht mehr. Dies zeigt sich schon an den Äußerungen der Mitglieder des Komitees regelmäßig, wenn es um die Auswahl des Austragungsortes geht - obwohl sicherlich zu recht in diesem Zusammenhang meist eher über die "politische Willensbildung" mit pekuniären Mitteln diskutiert wird ( im Volksmund redet man von Bestechung - siehe Zitat von oben "am Gelde..." ) - aber man sollte sich zu Recht an Berlin 1936 ( Hitler ), Sidney ( Aborigines ),  Moskau ( Afghanistan ), Atlanta ( Gesetze gegen Homosexuelle ), etc.  erinnern. Selbst München - obwohl als unpolitische Spiele geplant - endete in einem politischen Desaster. Wenn man versucht die olympischen Spiele als "apolitisch" zu deklarieren, ist das so, als ob man wieder die Erde als Scheibe deklarieren will und den Fall Galileo Galilei auferstehen lassen will ( die Inquisition lässt grüßen... ).

Zum augenblicklichen Zeitpunkt kann man als Sportler auf diese Situation nur mit den Mitteln der Satire reagieren. Die Satire erlaubt es - in dem man eine Situation "überzeichnet" - angemessen seinen politischen Widerstand gegen diese Bevormundung zum Ausdruck zu bringen - indem man folgendermaßen reagiert: wenn man sich nicht politisch äußern darf, also einen "teilweisen" Maulkorb verpasst bekommt, dann ist die konsequenteste Haltung die, dass man aus dem "teilweisen" Maulkorb einen "totalen" Maulkorb macht, also demonstrativ überhaupt nichts sagt und so den Maulkorb zu einer "Schweige-Demonstration / Dauer- Gedenkminute" ausweitet.... Dies hat den Vorteil, dass damit die Funktionäre dort getroffen werden, wo es am meisten wehtut... nämlich beim Geld.... keine Interviews, keine Kommentare, gar nichts außer schweigende Sportler. Wenn alle Sportler im Interview lediglich ein Statement abgeben: "Es tut mir leid, aber mir wurde vom olympischen Komitee mitgeteilt, das die Wiedergabe meiner Meinung gegen die Statuten der olympischen Spiele verstößt. Ich sehe daher mich außerstande etwas zusagen." Das wirkt mehr als irgend ein direkter Verstoß gegen die Vorgaben des Komitees und führt den Funktionären die Absurdität ihrer Vorgaben öffentlich vor Augen. Ich gehe davon aus, dass dann genau dieselben Funktionäre peinlich berührt herumdrucksen werden und sich ganz schnell beeilen, öffentlich bekannt zu geben, dass es keinen "Maulkorb" gebe....

Noch besser wäre es natürlich, wenn in der Öffentlichkeit die Solidarität dazu führen würde, dass es keinen "Olympia Tourismus" gäbe. Die Machthaber in China stellen wirtschaftliche Interessen über die Menschenrechte. Es wäre nur billig, wenn - nachdem man mit viel Geld die Entscheidung für Peking herbeiführte - die Rechnung sich nicht für diese Machthaber auszahlt. Wenn die Spiele ohne Touristen vor fast leeren Rängen stattfände, wäre man genötigt die Ränge in den Stadien mit den Menschen in China zu füllen, die sich ohnehin sonst sowieso nicht eine Eintrittskarte leisten könnten. Der finanzielle Ausfall würde dazu führen, dass die Spiele sich nicht für die Machthaber rechnet und am Ende unter dem Strich ein spürbarer Verlust verbliebe - was letztendlich die gerechte Quittung wäre. Das wünschenswerteste wäre also nicht ein Sportlerboykott, sondern ein Touristen- und Ticketboykott.

Das wäre mit Sicherheit auch die wirkungsvollste öffentliche Demonstration gegenüber den Funktionären, damit diese endlich lernen, dass man sich nicht ewig vor der Realität verstecken kann und andere Menschen bevormunden darf - und vielleicht wäre dann auch mal eine Diskussion über die Praxis der Vergabe des Ausrichtungsortes in der Öffentlichkeit angebracht.....  
  Die humanitäre Katastrophe in Miyanmar
Nach dem Zyklon über Miyanmar leiden zig-tausende Menschen unter unmenschlichen Bedingungen und Not. Obwohl die internationale Staatengemeinschaft sich bemüht schnellst möglich humanitäre Hilfe in das Land zu bringen, werden den Mitarbeitern der Hilfsorganisationen von den Mitgliedern der Militärdiktatur die Einreise-Visa verweigert. Am meisten wurde ich im Zusammenhang mit diesen Ereignissen irritiert und enttäuscht von der Haltung und den Äußerungen des Generalsekretärs der UNO, seiner Exzellenz Ban Ki Moon. Anstatt eine klare Linie für die notleidenden Menschen in Miyanmar zu beziehen, stellte die UNO - nachdem die Militärs die Lieferungen "einkassierten" und die Mitarbeiter der UNO ( und diese haben immerhin diplomatische Pässe ) "hinauskomplimentierten ( diese durften das Flugzeug nicht verlassen um die Verteilung der Hilfsgüter zu überwachen ) lediglich die Hilfslieferungen ein.... und der Generalsekretär war "entrüstet" ob der Haltung der Junta....

Zunächst einmal: Die Basis allen Handelns der UNO sollte die Basis der UNO sein - also die internationale Charta für Menschenrechte. Wenn der Generalsekretär also seine Berufung in das höchste Amt, das die UNO zu vergeben hat, sowie die Basis seiner Tätigkeit ernst nimmt, kann und darf er in einer solchen Situation nicht feige sich dem Druck von einigen größenwahnsinnigen Militärs beugen. Eine angemessene Reaktion wäre es gewesen, wenn der Generalsekretär also sofort den Botschafter von Miyanmar einbestellt hätte und sofort "Tacheles" mit diesem gesprochen hätte. Das Gespräch hätte in jenem Fall etwa folgendermaßen laufen müssen:
"Teilen Sie bitte den Mitgliedern ihrer Regierung folgendes mit: Die Weigerung ihrer Regierung die Hilfslieferungen unter der Aufsicht der damit befasten Personen zuzulassen, stellt eine grobe Verletzung der internationalen Charta für Menschenrechte dar. Menschen sterben, weil ihnen die allernötigste Hilfe verweigert wird und ihre Regierung ihre Fähigkeiten mit der Situation umzugehen maßlos selbst überschätzt. Wenn ihre Regierung seine Bürger sterben lässt, indem diese dem Volk die dringendste Hilfe verweigert, besteht letztlich keinerlei Unterschied zu den ehemaligen Kriegsverbrechern im früheren Jugoslawien. Die Mitglieder ihrer Regierung werden also, wenn diese weiterhin den Hilfsorganisationen die Einreise-Visa verweigern, genauso bewertet, wie die Kriegsverbrecher im früheren Jugoslawien - und letztlich auch so behandelt-, da ihre Regierung den Tod von zig-tausenden von Menschen verschuldet. Dies bedeutet, dass wenn ihre Regierungsmitglieder das nächste Mal das Land zum shoppen verlassen, diese wegen eines internationalen Haftbefehls am nächsten Flughafen verhaftet werden und mit Handschellen nach Den Haag verbracht werden und dort wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor den internationalen Gerichtshof verbracht und angeklagt werden. Ich erwarte also, dass innerhalb der nächsten 24 Stunden allen Hilfsorganisationen die erforderlichen Einreise-Visa erteilt wird. Sollte dies nicht sofort passieren, wird beim internationalen Gerichtshof ein entsprechender Strafantrag von mir eingereicht und eine entsprechende öffentliche Erklärung weltweit abgegeben."

Man hätte sicherlich innerhalb von den ersten 24 Stunden nach dem Vorfall am Flughafen in Rangun die Hilfslieferungen erzwingen können und den Mitgliedern dieser Junta die Grenzen ihrer Handlungsfreiheit aufzeigen können und müssen - zumindest wenn man die Mensachenrechtscharta der UNO ernst nimmt. Dieses Vorgehen wäre dann auch nicht der Willkür ( besser gesagt : dem Veto ) von China ausgeliefert gewesen.
   
   
   
   
   
   


© Harro Walsh